Montag, 27. Oktober 2014

CND Shellac UV-Nagellack




Viele werden es kennen - der Nagellack hält nicht lang genug, weil er absplittert oder man durch Zupfen nachhilft und es mangelt vielleicht an Lust und Zeit, um (wie so mancher) jeden zweiten Tag die Nägel auf's Neue zu lackieren. Durch meine Mädels habe ich Shellac kennen gelernt, UV-Nagellack, der bis zu zwei Wochen Haltbarkeit verspricht und am Ende mit reinem Aceton entfernt wird. Es ist also kein Abfeilen oder ähnliches nötig. Im Gegensatz zu den bekannten Gel- oder Acrylnägeln braucht es auch keine besondere Übung im Auftrag, da dieser dem von "normalen" Lacken entspricht.

Ich warne gleich vor: Es ist ein langer Post mit einigen Bildern, obwohl ich versucht habe mich kurz zu fassen ;-).





Zwei meiner Freundinnen nutzen Shellac regelmäßig und haben sich jeweils alles Benötigte angeschafft: UV Lampe, Shellac UV Base Coat, Shellac UV Top Coat, Cleanser oder einfach Isopropylalkohol und natürlich eine Auswahl an Shellac UV Color Coats. Glücklicherweise durfte ich mir das Equipment ausleihen, um euch sowohl die Vorgehensweise beim Lackieren, als auch die Ergebnisse im Hinblick auf die Haltbarkeit der Maniküre, zeigen zu können. Im Folgenden seht ihr jeweils die Nägel zweier meiner Mädels und zwei verschiedene Shellac Color Coats im Einsatz - ausnahmsweise von mir lackiert ;-).


Aushärten des Base Coats unter der UV Lampe (ca. 10 Sekunden)


Nachdem die nackten Nägel ggf. gereinigt wurden, habe ich eine dünne Schicht des Shellac Base Coats aufgetragen. Beim Lackieren gilt stets: Kontakt mit der Nagellack möglichst vermeiden und schön sparsam lackieren. Je dünner die Schichten, desto haltbarer in der Regel das Ergebnis. Der farblose Basislack bietet die Verbindung zwischen Naturnagel und UV-Nagellack und muss nach dem Lackieren ca. zehn Sekunden unter der UV-Lampe aushärten.





Nach dem Aushärten befindet sich über der Schicht Base Coat eine sog. Schwitzschicht, die wiederum die Verbindung zur ersten Schicht des Color Coats gewährleisten soll. Daher sollte diese klebrige Schicht auf keinen Fall entfernt werden! Vielmehr wird darüber einfach die erste von (empfohlenen) zwei Schichten des gewählten UV Color Coats aufgetragen, welche dann ca. zwei Minuten unter der UV-Lampe aushärten muss. Selbiges gilt für die anschließende zweite Farbschicht.

Bei der Gestaltung der farbigen Schichten sind der Kreativität natürlich keine Grenzen gesetzt. Wie bei gewöhnlichem Nagellack auch, können z.B. Steinchen und Nieten appliziert oder auch Designs mit Striping Tape oder Pinseln gezaubert werden. Wichtig ist nur: Nach jeder neuen Schicht müssen die Nägel ab unter die UV-Lampe, da der Lack nur auf diese Weise aushärtet.


Lackieren des Shellac UV Top Coats

Aushärten des Top Coats unter der UV-Lampe (ca. 2 Minuten)


Die abschließende und somit letzte Lackschicht bildet stets der Shellac UV Top Coat, der wie die Farbschichten ca. zwei Minuten unter der UV-Lampe aushärten muss. Wie bei allen vorherigen Schichten, sollte darauf geachtet werden, dass die Schicht dünn ausfällt und die Nagelspitzen möglichst gut "ummantelt" werden. Hierfür fahrt ihr am besten einmal an der Nagelspitze mit dem Pinsel entlang. Solltet ihr kleckern, dann lässt sich der fehlplatzierte Lack ganz einfach von der Haut wischen, bevor es unter die UV-Lampe geht :-).


Teil der Schwitzschicht am Mittelfinger

Entfernen der Schwitzschicht mit Isopropylakohol und einem Wattepad


Auch auf dem Top Coat bildet sich nach dem Aushärten die klebrige Schwitzschicht, welche im letzten Schritt entweder mit einem speziellen Cleanser oder einfachem Isopropylalkohol und einem Wattepad entfernt wird. Keine Sorge - entgegen eurem Gefühl ist der Lack bereits "fest" und ihr müsst keineswegs vorsichtig vorgehen. Faszinierend ist auch, dass ihr testweise eine "Delle" in die Lackschichten drücken und dabei zusehen könnt, wie der Lack diese von selbst nach und nach wieder "ausgleicht" ;-). Im Anschluss seht ihr die beiden Ergebnisse zunächst jeweils unmittelbar nach dem Lackieren.







Beide Mädels schonten ihre Nägel in der darauffolgenden Woche nicht mehr oder weniger, als sie es sonst im Alltag tun. Abspülen, putzen, nach Dingen greifen - natürlich wurde alles wie gewohnt gehandhabt, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen ;-). Eine Woche später sahen die Nägel jeweils folgendermaßen aus:




Leichte Tipwear nach 7 Tagen

Ergebnis eines Rasier-Unfalls am Zeigefinger ;-)

Bei beiden war Tipwear zu erkennen, wobei diese beim roten Lack natürlich etwas sichtbarer war, als beim nudefarbenen Lack. Zudem wachsen die Nägel wie gewohnt weiter und der Rand an der Nagelhaut wird nach und nach breiter, was allerdings von der Wachstumsgeschwindigkeit eurer Nägel abhängt (und auch bei normalem Nagellack eintritt). Hervorzuheben ist, dass der Lack meiner Meinung nach bei beiden noch tragbar aussah und sich im Gegensatz zu gewöhnlichem Nagellack noch nicht stellenweise oder gar komplett verabschiedet hatte.





Die nudefarbene Variante wurde nach zehn Tagen entfernt, da sich an einem der Finger die Lackschicht hob und die Versuchung des "Abziehens" zu groß wurde ;-). Der rote Lack blieb jedoch volle zwei Wochen auf den Nägeln und ihr seht, dass selbst zu diesem Zeitpunkt ein Vorzeigen durchaus noch vertretbar war.

Was ist also mein persönliches Fazit?

Shellac ist durchaus eine tolle Sache, die man nicht nur im Kosmetikstudio des Vertrauens bekommt, sondern mit dem nötigen Equipment auch selbst zu Hause nutzen kann. In der Grundanschaffung braucht es stets den speziellen Unter- und Überlack, mindestens einen speziellen Farblack und eine UV-Lampe. Eine Flasche bekommt ihr für ca. 15€ via ebay aus den USA, innerhalb Deutschlands leider nur für gut das Doppelte. Die UV-Lampe von CND ist auch nicht gerade günstig ( > 100€), aber in unserem Fall reichte auch eine herkömmliche 25€ UV-Lampe. Alles in allem investiert man einerseits doch einiges, insbesondere wenn man sich eine kleine Auswahl an Farblacken anschaffen möchte, andererseits reicht dieses "Starterpaket" dann auch für einige Zeit.

Abhängig von den eigenen Wünschen und Bedürfnissen kann Shellac sich also nicht nur bzgl. der Haltbarkeit, sondern auch in finanzieller Hinsicht lohnen, wenn man es z.B. mit (dauerhaften) herkömmlichen Gelnägeln, die alle drei bis vier Wochen aufgefüllt werden müssen, vergleicht. Nicht zuletzt glaube ich, dass allein die einfache Anwendung Shellac (ebenso wie andere UV-Lack-Systeme) attraktiv macht - gepinselt wird nicht anders, als mit "normalem" Nagellack. D.h. solange man halbwegs Nägel lackieren kann, sollte auch die Shellac Maniküre kein Problem darstellen ;-).

Für jemanden wie mich, der dauernd umlackiert, ist die Variante mit UV-Lampe und Entfernen mittels reinem Aceton zu umständlich, aber für diejenigen unter euch, die weniger Abwechslung brauchen bzw. bei denen herkömmlicher Nagellack (entgegen ihrem Wunsch) nur wenige Tage hält, ist das System durchaus interessant.

Habt ihr bereits von Shellac gehört bzw. habt ihr es vielleicht sogar bereits getestet? Falls ja, dann würden mich auch eure Erfahrungen diesbzgl. interessieren!

Startet gut in die Woche!

Madame Coupe



PS. Ein riesengroßes Dankeschön gilt an dieser Stelle natürlich meinen beiden Mädels, die so lieb waren und mir ihre Nägel (und natürlich einen Teil des Equipments!) als Versuchs- und Fotoobjekt zur Verfügung gestellt haben. Danke, danke, danke! :-)

Kommentare:

  1. Ich habe mir mal aus Neugierde ein Set angeschafft. Ich fand die Handhabung okay. Allerdings war mein Farblack so flüssig, dass er neigte rechts und links am Nagelbett nach unten zu laufen und sich dort schwulstig wölbte. Besser wars dann, wenn ich echt sehr dünne Schichten lackiert habe. Aber für mich ist Nagellack das einzig Wahre und daher blieb es bei diesem Versuch. Die Lacke konnte ich wieder verkaufen.

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    1. Hab' gerade mal deinen Beitrag angesehen! :-) Du hast ja auch den Romantique benutzt - der Nudelack in meinem Beitrag ist derselbe. Konnte auch beobachten, dass der rote Lack weniger dünnflüssig ist. Ansonsten gebe ich dir recht, für mich persönlich ist gewöhnlicher Nagellack die bessere Variante, allerdings gibt es wahrscheinlich genug Leute, bei denen Nagellack sonst kaum bis gar nicht hält. Da ist Shellac dann wiederum ganz attraktiv!

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    2. Ich hatte es mir schon gedacht, dass das wie mein Romantique aussieht. Den Shellacs trauere ich nicht hinterher, dafür lackiere ich viel zu gerne :)

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  2. Ich hatte mir jetzt eigentlich die ultimative Offenbarung in Sachen Haltbarkeit erwartet, aber wenn ich mir die Bilder nach einer Woche tragen ansehe, bin ich mächtig enttäuscht. So viel Tipwear habe ich mit dem richtigen Base und Top Coat auch bei normalem Nagellack. Höchstens! Meistens ist es sogar weit weniger. Und ich schone meine Hände definitiv nicht. Ich bleib daher bei meinem heißgeliebten normalen Nagellacken.

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    1. Wow, Mari, damit bist du dann wohl eher der glückliche Ausnahmefall. Wenn Nagellack bei dir so über durchschnittlich gut hält, dann ist Shellac natürlich keine Option für dich, aber wie ich bereits im Eingangstext geschrieben habe - die Zielgruppe, für welche Shellac attraktiv ist, sind eben die, bei denen Nagellack sich nach ein bis zwei Tagen bereits verabschiedet, obwohl sie die Farbe gerne länger auf den Nägeln spazieren tragen würden ;-). Wenige sind das meines Wissens leider nicht.

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  3. Finde ich schon sehr beeindruckend von der Haltbarkeit her, finde das eine sehr gute Alternative zu Gelnägeln. Für mich wäre es jetzt nichts, da ich es liebe praktisch alle zwei drei Tage umzulackieren :D

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  4. Die Ergebnisse sind echt nicht schlecht. :) Aber ich lackiere dann auch lieber viel öfter. :D

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